Kündigung bei unentschuldigtem Fehlen

Ein Arbeitgeber darf einem Mitarbeiter, der angeblich unentschuldigt gefehlt hat, nicht ohne Weiteres fristlos kündigen. Eine fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses kann nach § 626 BGB nur aus wichtigem Grund erfolgen. Eine Kündigungsfrist muss dann nicht eingehalten werden, wenn Tatsachen vorliegen, aufgrund derer dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsteile die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann. Besondere Umstände sind z. B. tätlicher Angriff, schwerwiegende Ehrverletzung, Diebstahl. Die Kündigung muss innerhalb von zwei Wochen erfolgen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Arbeitgeber von den Tatsachen, die den Kündigungsgrund darstellen, Kenntnis erlangt hat.

Nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz vom 08.08.06 (2 Sa 76/06) ist eine fristlose Kündigung unwirksam, wenn der Arbeitgeber nicht beweisen kann, dass der Arbeitnehmer unentschuldigt gefehlt hat. Hier hatte der Kläger behauptet, er habe sich unverzüglich schriftlich krankgemeldet. Es konnte nicht festgestellt werden, ob der Arbeitnehmer tatsächlich die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung rechtzeitig eingereicht hatte. Das Gericht hat entschieden, dass die Kündigung unzulässig war, da den Arbeitgeber die Darlegungs- und Beweislast für den behaupteten Pflichtverstoß des Arbeitnehmers treffe.