Testament - Was muss ich beachten?

Die nach deutschem Recht bestehende „Testierfreiheit“ ermöglicht es, die Erbfolge durch Verfügungen von Todes wegen (Testamente und Erbverträge) grundsätzlich nach Belieben frei zu regeln. Die wichtigste Regelung hierbei ist die Bestimmung, wer Erbe sein soll. Es können auch Ersatzerben bestimmt werden. Soll ein bestimmter Gegenstand oder ein Vermögenswert einer bestimmten Person zugewendet werden, ohne dass diese Erbe sein soll, handelt es sich um ein Vermächtnis.

Ein Testament kann nur persönlich errichtet werden (§ 2064 BGB). Wirksam sind nicht nur öffentliche Testamente vor einem Notar, sondern auch privatschriftliche eigenhändige Testamente. Hierbei muss jedoch der gesamte Wortlaut eigenhändig geschrieben und das Testament eigenhändig unterschrieben werden. Bei einem gemeinschaftlichen Testament von Ehegatten genügt es, wenn einer schreibt und beide unterschreiben. Das eigenhändige Testament kann in amtliche Verwahrung gegeben werden.

Der konkrete Wille muss deutlich zum Ausdruck gebracht werden. So hat das OLG München z.B. entschieden (Urteil vom 07.03.06), dass eine Formulierung, wonach „die persönliche Habe“ vererbt wird, zu ungenau ist. Hiermit könne der Erblasser nur Gegenstände gemeint haben, zu denen er eine persönliche Beziehung gehabt hat, somit nicht Bankguthaben, Wertpapiere und ein Fahrzeug.

Nach einem Urteil des OLG München vom 25.10.05 sollen spätere Abänderungen auf einer Testamentskopie wirksam sein, da es sich hier im Zusammenhang mit dem Originaltext um eine einheitliche Willenserklärung handelt, die dem Formerfordernis für Privattestamente entsprechen würde.